Handlesen

HANDBUCH ORIENTIERUNG: Religionen, Kirchen, Sekten, Weltanschauungen, Esoterik.Das Schicksal eines Menschen aus der Hand zu wahrsagen, ist Chiromantie, uralt und oft verflochten mit Astrologie.

Heute hat das Handlesen – wie die Astrologie – auch seinen Platz in der esoterischen Medizin. Handleser bezeichnen sich als "Chirologen". Ihre Diagnostik nennen sie "Chirologie" (griech. cheir = Hand und logos = Lehre). Nahezu alle Krankheiten wollen Chirologen aus der Hand lesen können, auch Aids und Homosexualität. Trotz erheblicher Widersprüche in der Deutung von Handzeichen, lassen sich bei Chirologen gemeinsame Vorgehensweisen darstellen: Sie alle beobachten die Handform, die Festigkeit, Farbe und Beweglichkeit der Hände und die auf den Handflächen befindlichen Furchen bzw. Papillar-Leisten auf den Fingerkuppen und in der Hand. Widersprüche in der Deutung der Zeichen erklären Chirologen mit dem Hinweis, die Handlesekunst sei Begabung von "Auserwählten", von "Sehern".

Vergleichende Untersuchungen von Publikationen über die Chirologie zeigen, dass die Handzeichen weder eindeutig charakterisiert werden, noch Chirologen übereinstimmend Auskunft geben über eine akute, bevorstehende oder überwundene Erkrankung oder über Krankheits-Dispositionen. Es fehlen z.B. übereinstimmende Angaben über Länge der Furchen bzw. Leisten, über deren Anfangs- und Endpunkte, ihre Winkelmaße usw. Forschungen der Wissenschaftlerin Jasmin el Mahmoud mit Patienten der Uni-Klinik Marburg, deren Gallenwegserkrankungen durch klinische Untersuchungen eindeutig nachgewiesen waren, ergaben, dass diese aus der Hand nicht erkannt werden konnten. In einer Voruntersuchung hatte el Mahmoud festgestellt, dass Chirologen Zeichen eines Herzfehlers bei 60,3% der Patienten aus der Hand diagnostizierten, die Gesamtbevölkerung aber nur 0,2% echte Herzfehler aufweist und dass ein Zeichen für Gallensteine in der Chirologie völlig fehlt, während 15-20% der Bevölkerung an Gallensteinen leidet. Das Ergebnis der Hauptuntersuchung fasst el Mahmoudi zusammen:

"Aus der Analyse geht hervor, dass es sich bei der Chirologie um ein paramedizinisches Verfahren handelt...Kritische Aufklärung auf diesem Gebiet erscheint daher dringend notwendig... Chirologische Pseudodiagnostik, wie sie zur Zeit betrieben wird, kann nur als Scharlatanerie bezeichnet werden" (I. Oepen, Paramedizin, S. 37f).

Chirologie ist nach wie vor Chiromantie, Wahrsagerei, die von Gott verboten ist.

Adelgunde Mertensacker

 


HANDBUCH ORIENTIERUNG:
Religionen, Kirchen, Sekten, Weltanschauungen , Esoterik

Urheber und Redaktion: Dr. Lothar Gassmann

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