Glaube

HANDBUCH ORIENTIERUNG: Religionen, Kirchen, Sekten, Weltanschauungen, Esoterik.

Was ist echter, rettender Glaube im biblischen Sinn?

1. Glaube ist Geschenk Gottes.

Nicht in einem Tun des Menschen lässt sich Gott finden, sondern Gott spricht zu uns in einem klaren Ruf und wartet dann auf unsere Antwort. Gottes Ruf kann uns treffen in einer Evangelisation; durch das Zeugnis, das ein Mensch von Jesus gibt; durch eine christliche Schrift; vor allem aber durch die Predigt von Jesus. In Röm 10,17 heisst es:

"So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi."

2. Glaube ist bejahende Antwort ,

das Gegenteil vom Nicht-Hören-Wollen und der Verstockung. Glaube ist Vertrauen , ein Vertrauen auf das, was so fest und zuverlässig ist, dass man auch daran glauben kann, wenn man es nicht sieht. Joh 20,29:

"Selig sind, die nicht sehen und doch glauben."

3. Glaube muss durch Zweifel und Anfechtungen hindurch.

Satan ist der Feind des Glaubens und sucht viele Gelegenheiten, um uns von Gott abzubringen, etwa indem er uns nachlässig macht beim Besuch von Gemeinde und Gottesdienst. Deshalb ist es wichtig, täglich im Gespräch mit Gott zu bleiben. Glaube muss sich jeden Tag aufs neue bewähren. Kraft dazu kann nur aus dem Kontakt mit Gott, dem Gebet, erwachsen.

4. Glaube soll aufrichtig sein.

Es kommt nicht auf "Größe" des Glaubens an, sondern auf Ernsthaftigkeit. Deshalb rühmt Jesus den Glauben, der klein ist wie ein Senfkorn. Warum sind wir oft so unsicher, wenn wir Gott um etwas bitten? Gott ist größer als unsere Vorstellungskraft. Wir dürfen wirklich wie ein Kind seinem Vater vertrauen (und Gott ist der beste Vater, den es gibt!). Wir sollten alle intellektuellen Zweifel beiseite lassen. Das heisst nicht: Verstand abschalten! Nein, es heisst: mit der größeren Kraft Gottes rechnen und leben. Solcher Glaube kann Berge versetzen.

5. Glaube bringt gute Werke als Früchte der geschenkten Erlösung hervor.

Der ernsthaft Gläubige nimmt das Erlösungsopfer Jesu Christi am Kreuz auf Golgatha so ernst, dass er selber dem Herrn sein Leben als Opfer darbringt, das heisst:

das er Christus um Kraft bittet, ihm ganz und kompromisslos nachzufolgen. Er ehrt Jesus Christus nicht nur als Erlöser, sondern zugleich als Herrn des gesamten Lebens. Sein Glaube ist ein Glaube, der rechtschaffene Früchte der >Buße hervorbringt, der aus einer tiefen Sündenerkenntnis und wirklichen Umkehr zu Jesus Christus erwächst. Ein Glaube, der nicht nur Theorie, historisches Wissen, Tradition oder ein Lippenbekenntnis ist, sondern bis in die letzte Faser hinein das gesamte Leben umfasst – freilich auf dieser Erde nicht vollkommen, aber in der Abhängigkeit von Christus und im Gehorsam gegenüber Ihm (Röm 12,1f.). Arthur Pink schreibt in seinem Buch "Was ist rettender Glaube?" (S. 41):

"Rettender Glaube besteht in meiner völligen Auslieferung meines ganzen Seins und Lebens an die rechtmäßigen Ansprüche Gottes auf mich .... Rettender Glaube ist das vorbehaltlose Annehmen Christi als meinen absoluten Herrn. Dabei beugt man sich seinem Willen und nimmt bereitwillig sein Joch auf sich."

S. auch: Erlösung; >Heiligung.

Lit.: A. Pink, Was ist rettender Glaube?, 2002

Lothar Gassmann


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Religionen, Kirchen, Sekten, Weltanschauungen , Esoterik

Urheber und Redaktion: Dr. Lothar Gassmann

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