Esoterische Medizin

Grundsätzliches

HANDBUCH ORIENTIERUNG: Religionen, Kirchen, Sekten, Weltanschauungen, Esoterik.Die "alte Heilkunde", auf die sich Esoteriker beziehen, ist Erfahrungsmedizin. Sie wurde von Generation zu Generation weitergegeben, ohne grundlegend kritisch oder wissenschaftlich auf ihre Wirkungen, Nebenwirkungen, Nützlichkeit oder Gefährlichkeit überprüft worden zu sein. Als "Jahrtausende alt" werden Diagnosen und Therapien vorgestellt, die vornehmlich von heidnischen, vor allem fernöstlichen Irrlehren und Religionen (China, Tibet, Japan, Indien) inspiriert sind. Unter "ganzheitlich" verstehen Esoteriker die "harmonische Verbindung von Gegensätzen" wie Ratio (Vernunft) und Intuition (gefühlsmäßiges Erkennen), Geistiges und Materielles, Mensch und Kosmos usw. Die Begriffe "gesund" und "natürlich" werden unreflektiert gebraucht, d.h. sie sind nicht einheitlich definiert. Wissenschaftliche Überprüfungen von "Naturheilmitteln" beweisen, dass diese keineswegs immer harmlos oder ohne Nebenwirkungen sind, dass sie unwirksam sein können oder nur in bestimmten Konzentrationen wirken, dass sie gesundheitsschädlich, ja sogar hochgiftig sein können. "Chemische Medikamente", die Arzneimittel der wissenschaftlichen Medizin, die freilich ebenfalls zum Teil gravierende Nebenwirkungen haben können, unterliegen dagegen in der Regel strenger klinischer Kontrolle, die wirksame von unwirksamen, nützliche von schädlichen trennt. Zur Entwicklung eines neuen Medikamentes benötigen die Pharmakonzerne durchschnittlich 10 Jahre. Die esoterische Medizin will "Erfahrungsmedizin" sein und ist damit offen für subjektive Urteile, für Betrug, Scharlatanerie und Irreführung.

Renommierte Heilpraktikerschulen wie z.B. die "Paracelsus-Schulen für Naturheilverfahren", die "offiziellen Ausbildungsstätten des Verbandes Freier Heilpraktiker und Naturärzte" – inzwischen in allen größeren Städten zu finden – bilden angehende Heilpraktiker in folgenden "Naturheilverfahren" aus:

Der weltanschauliche Hintergrund esoterischer Heiler ist gekennzeichnet von Auswahl-Spiritualität und synkretistischer Mischung anti-christlicher und christlicher Elemente.

Esoterische Medizin umfasst vor allem drei Grundüberzeugungen:

1. Der Mensch kann die Grenzen seines normalen Bewusstseins übersteigen und durch außergewöhnliche Erfahrungen höhere Einsichten und durch >Einweihung (Initiation) oder bestimmte Techniken Gesundheit erlangen.

2. Der Mensch kann sein Glück nur in Harmonie mit der Natur und dem Kosmos erfahren.

3. Mit einem "Astralleib" umkleidet, der "feinstoffliche Heilkraft" sammelt, ist der Mensch unsterblich und kann sich in einer Reihe von Re-Inkarnationen (Wiederverkörperungen) vergöttlichen.

Die Irrlehre von der ">kosmischen Energie", die alles durchflute, tritt an gegen den dreieinigen persönlichen Gott, die Irrlehre von der Wiederverkörperung gegen Auferstehung und Gericht, die "Selbsterlösungslehre" gegen die Erlösung durch Jesus Christus, die Selbstvergöttlichung gegen die Geschöpflichkeit des Menschen und seine Abhängigkeit von Gott, seinem Schöpfer, die ethische Verantwortung vor dem "kosmischen Gesetz" gegen die verbindliche Weisung der göttlichen Gebote, das "Abtragen von Karma" gegen Reue, Buße und Vergebung durch Gott.

Der von Esoterikern verkündete "Jesus Christus" ist nicht der Sohn Gottes, sondern ein falscher Messias, ein "universaler Christus", "die größte, je auf diesem Planeten inkarnierte Seele", "Sonnengeist" oder ein anderer Name für "Heil-Energie".

Erklärungen für Erfolge esoterischer Heiler

Zweifellos können esoterische Heiler auf eine Reihe erfolgreicher Behandlungen verweisen.

Diese lassen sich erklären:

1.Die Selbstheilungskräfte des Menschen sind so hoch, dass sie ohne jede Hilfe die Gesundheit wiederherstellen können. Erfolgreiche Heilbehandlung bedeutet dann, dass der "innere Arzt" gewirkt hat.

2. Schwere Erkrankungen — wie z.B. Krebs – können in seltenen Fällen "spontan" heilen, d.h. Tumore bilden sich zurück ohne jede Therapie oder verschwinden sogar vollständig.

Diese Rückbildungen oder Heilungen können wissenschaftlich belegt werden:

Auslöser sind z.B. Immunreaktionen durch Infektionen, hormonelle Veränderungen oder eine unterbundene Blutversorgung des Tumorgewebes. Remissionen werden bei allen Krebsarten beobachtet, vornehmlich aber bei Nierenkrebs, bösartigen Lymphomen und bei Neuroblastomen. Der Mensch hat von Natur aus genügend Abwehrkräfte, um wuchernde Tumorzellen unschädlich zu machen und defekte Zellen zu reparieren. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, wächst das Krebsrisiko und dann, wenn es einzelnen Krebszellen gelingt, das Immunsystem zu überwinden. Forschungsergebnisse des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Projekts "Biologische Krebstherapie" sind von Dr. Herbert Kappauf dokumentiert (Wunder sind möglich, Herder-Verlag). In medizinischen Fachzeitschriften werden jährlich etwa 30 Fälle von Spontan-Remissionen bzw. Heilungen publiziert. Die Dunkelziffer nicht erkannter oder nicht gemeldeter "Wunderheilungen" wird als sehr hoch eingeschätzt. Wenn "Heiler" behaupten, hoffnungslose Fälle heilen zu können, treten sie in der Regel keine wissenschaftlich gesicherten Beweise dafür an, sondern verweisen auf "Anekdoten", auf Berichte angeblich geheilter Patienten.

3. Zahlreiche Besserungen oder auch Heilungen von Krankheiten lassen sich als "Placebo-Effekt" erklären, d.h. als positive Folge einer Scheinbehandlung, die auf Vertrauen und Glauben setzt.

4. Zahlreiche Krankheiten verlaufen zyklisch, d.h. sie weisen "gute" und "schlechte" Phasen auf. Das gilt z.B. für Arthritis, Allergien, Magen- und Darmbeschwerden. Eine positive therapeutische Wirkung kann in eine "gute" Phase fallen und als Linderung bzw. Heilung missdeutet werden.

5. Medizinische Halbbildung, die vor allem über die Medien vermittelt wird, produziert zahlreiche eingebildete Kranke. Heiler stützen die Ängste von Patienten durch Fehl- oder Fantasie-Diagnosen:"Gestörte Harmonie mit dem Kosmos", "Vorkrebs", Infarktgefährdung u.a.. Sie "heilen" dann Krankheiten, die überhaupt nicht existiert haben, oft in betrügerischer Absicht, um Ansehen und Vertrauen zu gewinnen.

6. Viel Geld, Zeit und Vertrauen investiert zu haben, bedeutet einen hohen psychischen Druck, Heilung, zumindest aber Linderung zu erwarten und anderen Menschen gegenüber zu verteidigen, um nicht an Ansehen zu verlieren. Unter diesem "Rechtfertigungsdruck" sind Patienten oft selber davon überzeugt, dass ihnen geholfen wurde, auch wenn sie objektiv keine Hilfe erfahren haben.

7. Heilungsberichte oder "Wunderheilungen" werden oft mit Begeisterung erzählt und in der Regel ungeprüft von Zuhörern geglaubt. Sie bilden die Basis, einem Heiler voll zu vertrauen und erfolgreiche Behandlung zu erwarten, vor allem, wenn es sich um Vertrauenspersonen wie z.B. Priester handelt.

Diese Erwartungshaltung fördert den "Placebo-Effekt" vor allem bei Menschen, die bereits "von Arzt zu Arzt" gelaufen sind, ohne den erwarteten Erfolg. Die Hoffnung auf außergewöhnliche Hilfe ist dann stärker als der gesunde Menschenverstand und groß genug, um den "Placebo-Effekt" auszulösen.

8. Heilungen können auch von Dämonen bewirkt werden, wenn sie als "Geistführer" oder "Geistwesen" herbeigerufen werden.

Erfolge durch Placebo-Effekt

Der Begriff Placebo (lat. = ich werde wohlgefällig sein) tauchte in medizinischen Wörterbüchern erstmals Anfang des 19. Jahrhunderts auf. Er bezeichnete zunächst Arzneien, die mehr aus Gefälligkeit als der therapeutischen Wirkung wegen verschrieben wurden. Heute versteht die Medizin unter Placebo-Wirkung die positive Folge einer Scheinbehandlung oder eines Scheinmedikamentes. Der Placebo-Erfolg beruht allein auf Suggestion, ist aber keine Einbildung, da Linderung oder Heilung eines Leidens messbar sind. Ein Placebo ist ein Scheinmedikament von gleichem Aussehen, gleicher Konsistenz und gleichem Geschmack wie ein echtes Heilmittel, aber ohne Wirkstoff. Placebos sind auch Schein-Therapien, z.B. vorgetäuschte chirurgische Eingriffe. Zahlreiche Erfolge esoterischer Heiler lassen sich als Placebo-Effekt erklären, der allein auf dem Glauben an die Heilkraft des Heilers, seine Verordnungen und Arzneien beruht – oft verstärkt durch Wunderberichte, die Art der Berichterstattung in den Medien oder Empfehlungen von Vertrauenspersonen.

Der Placebo-Effekt ist auch der Schulmedizin bekannt und mit mehreren tausend Fallbeispielen belegt. Sie beweisen, dass bis zu 70 % der Patienten durch Suggestion geheilt werden können. Offenbar gibt es praktisch keine medizinische Maßnahme ohne Placebo-Wirkung, da der entscheidende Auslöser einer Linderung oder Heilung das Vertrauen des Patienten in den Therapeuten und seine Hilfe ist. Der Leitfaden klinischer Prüfung von Arzneimitteln und Medizin-Produkten führt u.a. folgende Forschungsergebnisse auf: Schmerzen bei bis zu 70% der Arthritis-Patienten können durch Placebos geheilt werden, Schlafstörungen bei bis zu 65% der Patienten, bei 50% Kopfschmerzen, Husten bei 35%, bei 30% Angstzustände, bei 10% Obstipation.

Forschungen beweisen auch, dass der Verzicht auf jegliche Therapie denselben Erfolg erreichen kann wie Placebos, wenn dem Patienten überzeugend versichert wird, eine Behandlung sei nicht notwendig. Scheinoperationen und chirurgische Eingriffe brachten bei Arthrose im Kniegelenk gleich gute Ergebnisse. Bei den Scheinoperationen war die Haut nur angeritzt und dann vernäht worden (J. Windeler, Was ist der Placebo-Effekt? In: Skeptiker 3/98, S. 98f).

Weil die Placebo-Erfolge so erstaunlich hoch sind, können "Wunderheiler" auf eine Reihe "therapiegläubiger" Patienten verweisen, die subjektive oder objektive Besserung bzw. Heilung erfahren haben. Verbunden mit professioneller Propaganda gewinnen Heiler – vor allem durch die Patienten-Berichte Bekanntheit und das Vertrauen neuer Patienten. Misserfolge werden in der Regel verschwiegen oder "vergessen", sowohl von Heilern als auch von Patienten. Der Placebo-Effekt wird gestützt durch großartig klingende Namen von Arzneien, wie z.B. "Lebenselixier" oder "Goldtropfen" und die Zusicherung, das Medikament wirke "anti-oxidativ", blutreinigend, entschlackend; es komme aus Indien, Tibet oder China, sei sehr teuer und frei von Nebenwirkungen.

Wissenschaftliche Forschungen beweisen, dass Placebos durch Anregung des Immunsystems wirken: Es werden körpereigene Opiate freigesetzt und Endorphine (Schmerzblocker), die wiederum zu stärkerer Produktion von Anti-Körpern anregen, die eine Krankheit besiegen können. Die Selbstheilungsquote bei viralen Infekten z.B. beträgt 100% — auch ohne Placebos.

Heiler profitieren aber nicht nur vom Placebo-Effekt, sondern ebenso vom "Nocebo-Effekt": Wirksame und erprobte Heilmittel wirken weniger gut, wenn ein Patient ihnen misstraut. Heiler schüren das Misstrauen von Patienten gegenüber Schulmedizinern und Medikamenten – unterstützt von den Medien.

Viele Hilfesuchende glauben dem Versprechen, "Naturheilmittel" und "natürliche Behandlung" seien ohne Nebenwirkungen. Das ist falsch: Zahlreiche Hepatitis-Fälle z.B. treten nach einer Akupunktur-Behandlung auf. Durch Handauflegung können dämonische Belastungen übertragen werden. Eine Vielzahl esoterischer "Therapien" bewirken psychische Erkrankungen usw.

Esoterische Heiler sind auch keinesfalls kostengünstiger als Schulmediziner. Im Gegenteil: Untersuchungen zeigen, dass Honorarforderungen von Heilern durchschnittlich um mehr als das Zehnfache die Rechnungen von Schulmedizinern übersteigen. Offenbar verstehen es esoterische Heiler besser als Schulmediziner, den Placebo-Effekt zu nutzen, indem sie sich ihren Patienten intensiver zuwenden und außergewöhnliche Erwartungen wecken. Die Kraft der Placebos beobachtete bereits Voltaire, der feststellte:

"Die Kunst der Medizin besteht darin, den Patienten zu unterhalten, während die Natur seine Krankheit heilt."

"Die ganze hochgestochene Diskussion über die geheimnisvollen Heilkräfte der Natur, die Förderung der Selbstheilungskräfte, der Lebensqualität, die besondere Qualität alternativer Heilungen, die anderen Bilder vom Menschen soll darüber hinwegtäuschen, dass die Außenseitermedizin nichts anderes ist als eine Placebomedizin. Aus der Placeboforschung wissen wir, dass Placebowirkungen umso deutlicher sind, je mystischer die Vorstellungen über ihr Zustandekommen sind, je eindrucksvoller die Manipulationen, je mehr der Patient und der Arzt an die Therapie glauben. Die Indikationen und die Erfolge betreffen dementsprechend Befindlichkeitsstörungen einschließlich Schmerzen, subjektive und/oder nicht quantifizierbare Symptome, oft bei spontan heilenden oder remittierenden Prozessen, (aber) keine einzige einigermaßen schwerere Erkrankung – einer der Gründe dafür, dass seinerzeit (1976) die Anthroposophen vehement den kontrollierten Versuch verteufelt, sogar kriminalisiert haben, weil er den Placebocharakter dieser Therapien aufgedeckt hätte... Ein anderes Indikationsgebiet der Außenseitermethoden sind die unheilbaren Krankheiten — hier werden in unverantwortlicher Weise falsche Hoffnungen auf Heilung oder Lebensverlängerung geweckt, oder es wird auf die vermeintliche Verbesserung der Lebensqualität abgestellt. Letzteres ist ebenfalls ein Placeboproblem, das allerdings für den Patienten manchmal nützlich sein kann, nur sollte es der Arzt als solches erkennen." (K.D. Bock und M. Anlauf, Wissenschaftliche Medizin – nur eine unter anderen? In: Medizinische Klinik, München 2004, Nr.11, S.687).

Esoterische Medizin im Urteil der Bibel

Esoterische Diagnose- und Heilverfahren lassen sich mit einem Leben nach den Weisungen Gottes nicht vereinbaren. Sie sind heidnisch und anti-christlich und stehen im Gegensatz zur "gesunden" Lehre des Evangeliums. Sie machen deshalb seelisch und oft auch körperlich krank. Therapeuten, die sich als "sensitiv", als "Medium" oder "Kanal", als "Mittler" zwischen übersinnlichen Wesen und den Menschen verstehen, führen Hilfesuchende in die okkulte Welt der Dämonen, die sich häufig als "Lichtwesen" zu tarnen, in betörender Sprache der "Liebe und Güte" mitzuteilen und Gefühle des "Glücks, der Harmonie und des Friedens" zu vermitteln verstehen (z. B. bei der Handauflegung von Wunderheilern). Die von "Heilern" herbeigerufenen und beschworenen "Geistwesen, Engel, Führer, Schwingungen, Energien oder Götter" haben mit den von Gott erschaffenen "Angeli" (Engel), den guten Geistern nichts zu tun.

Wenn "Heiler" Patienten anleiten, durch Rituale oder Gedankenkraft mit "höheren Wesenheiten" Kontakt aufzunehmen, bringen sie Hilfesuchende in den Wirkbereich böser Geister, der von Gott abgefallenen Engel. Die guten Geister (Engel) oder die Seelen Verstorbener entziehen sich der Beschwörung von Menschen. Sie lassen sich nicht von ihnen herbeirufen oder in ihren Dienst stellen. Wenn sie erscheinen – und dafür gibt es Zeugnisse in der Bibel – dann nur im Auftrag Gottes, als Seine Boten (Engel = Bote) und zu einer Zeit, die allein Gott bestimmt.

Zahlreiche "Heiler" setzen an die Stelle von "gut" und "böse" die Begriffe "Erleuchtung" und "unvollkommene Erkenntnis", die es zu überwinden gelte, um zu gesunden. Die Existenz des Bösen und der Sünde verwerfen sie als "gesundheitsschädlichen Aberglauben". Sünde, der Ungehorsam gegen Gott und Seine Gebote wird als nicht existent erklärt, und Schuldgefühle werden wegtherapiert. Wo es aber keine Sünde gibt, da gibt es keine Erlösung durch den Sohn Gottes, da gibt es kein Gericht Gottes und keine Hölle, die Gottesferne.

Die Erlösung Jesu Christi wird durch "Selbsterlösung" ersetzt, dem einzigen Leben auf Erden wird mit der Irrlehre von der Wiedergeburt der Ernst der Bewährung genommen. Die Geschöpflichkeit und Abhängigkeit des Menschen von seinem Schöpfer wird ersetzt durch den Irrglauben an eine Selbstvergöttlichung: "Wir sind Götter". Esoteriker setzen sich an die Stelle Gottes.

"Erweiterung des Bewusstseins" und die Erfahrung der "Selbstüberschreitung", der "Selbstverwirklichung" und "Ich-Entgrenzung" stehen im Mittelpunkt zahlreicher esoterischer Heilverfahren. Dazu gehören u. a. Trance-Techniken wie Channeling und >Geistheilung, Deute-Techniken wie Pendeln und Wünschelrutengehen (>Radiästesie), Meditations- und Ekstase-Techniken, >Yoga, Transzendentale Meditation, Reiki, schamanische und spiritistische Praktiken.

Wenn esoterische Therapeuten von "Gott" sprechen, von der "göttlichen Kraft" des Menschen, die es zu entdecken gelte, füllen sie diese Begriffe mit anti-christlichen Inhalten. Das "göttliche Leben", das Esoteriker zu vermitteln beanspruchen, ist nicht das von Gott geschenkte göttliche Leben, sondern "unpersönliche Energie", "Lebensprinzip" oder "Heilgeist". Die "göttliche Energie" wird irreführend auch "Christus-Energie" genannt, die Energie des "universalen Christus". Dieser esoterische Christus ist nicht Jesus Christus, die 2. göttliche Person in der Dreieinigkeit, sondern Titel von Menschen, die ihre "innere Göttlichkeit" wahrgenommen und sich zum "universellen Meister" entwickelt haben. Der Messias Jesus Christus dagegen ist nach esoterischer Irrlehre einer von zahlreichen Manifestationen des ">kosmischen Christus".

Esoteriker verstehen den Kosmos als "Ozean aus Energie", der als Ganzes oder als Beziehungs-Netz gedeutet wird. Als Zukunft wird "die versöhnte göttliche Einheit" alles Seienden erträumt.

Nach der Offenbarung Gottes steigt nicht der Mensch zu Gott herauf durch irgendwelche Techniken oder "erweitertes Bewusstsein", sondern Gott neigt sich dem Menschen zu durch Sein Wort, das in der 2. göttlichen Person Fleisch wurde.

Der Mensch kann sich Gott nicht mit spirituellen Praktiken nähern. Er kann Gott nicht zwingen – durch Handauflegung z.B. — Wunder zu wirken, sondern Gott beschenkt in freier Wahl Menschen mit Seiner Gnade und Seiner Gemeinschaft, wenn sie sich Seiner Führung anvertrauen, wenn sie auf jede "Ich-Sucht", auf jede eitle "Über-Heblichkeit" verzichten, wenn sie Ihn lieben. Die Liebe zu Gott aber beweist sich in der Erfüllung der Gebote Gottes:

"Wer Mich liebt, hält Meine Gebote!" (Joh 14,15).

Nicht "Selbstvergöttlichung" ist das Lebensziel des Menschen, sondern die ewige Gemeinschaft mit Gott. Esoterische Heiler lehren das Vertrauen auf die eigene Kraft, auf die "Selbsterlösung". Sie behaupten, "göttliche Heilenergie" zu aktivieren, zu entwickeln, zu übertragen, wann immer sie es wollen. Der Versuch, "göttliche Macht" zu erlangen, zu sein wie Gott, kostete schon die ersten Menschen das Paradies, die Gemeinschaft mit Gott. Menschen können nicht wie Gott sein. Sie sind Geschöpfe Gottes und müssen diese ihre Geschöpflichkeit anerkennen, wenn sie nicht der Gemeinschaft mit Gott verlustig gehen wollen, ihres ewigen Heils.

Esoterische Heiler lehren, dass Steine, Pflanzen, Tiere und die Planeten "beseelt" seien, sich gegenseitig beeinflussen würden und von Menschen mit Hilfe bestimmter Rituale und Praktiken in den Dienst genommen werden könnten. Eine Unzahl von esoterischen Heilverfahren soll die Harmonie mit dem Kosmos und der Natur herstellen, um dadurch die Heilung von Krankheit und Leid zu bewirken.

Der Apostel Paulus warnt davor, die Hoffnung auf "kosmische Mächte" zu setzen:

"Seht zu, dass euch niemand betrügt durch Menschenweisheit und leeren Betrug, welche auf menschliche Überlieferung und kosmischen Mächten beruhen und nicht auf Christus" (Kol 2,8f).

Paulus warnt vor den "kosmo-kratorae" (kosmos = Welt und kratos = Macht, Kraft), weil sie satanische Mächte sind. Der "Fürst dieser Welt" ist der "Fürst des Kosmos".

Hilfen zur Beurteilung von Heilern und Heilverfahren

Folgende Fragen sollten Hilfesuchende beantworten können, bevor sie sich einem Heiler anvertrauen oder bestimmte Mittel zu sich nehmen:

1. Sollen mit der angebotenen Therapie "kosmische Kraft", ">kosmische Energie", "Qui" (Ki oder Chi) vermittelt bzw. nutzbar gemacht werden? Zielt die Behandlung auf "gute Schwingungen" oder "Harmonie mit der Natur und dem Kosmos"?

2. Welches Gottesbild steht hinter dem Heilverfahren? Glaubt der Heiler an Jesus Christus, den menschgewordenen Sohn Gottes oder an einen unpersönlichen "universellen Christus" oder an eine unpersönliche Kraft?

3. Betrachtet sich der Therapeut als "Kanal", "Medium", "Mittler" von unsichtbaren Wesen oder Verstorbenen, die sich ihm offenbaren?

4. Ist das Ziel der Heilung "Selbsterlösung" oder "Selbstvergöttlichung"? Steht die Therapie im Dienste der Gottes- und Nächstenliebe oder dient sie der "Selbstverwirklichung", "Selbst-Entgrenzung" und Konzentration auf sich selbst?

5. Verspricht die Therapie mystische Zustände? Stellt sie Kontakt zum Übersinnlichen her?

6. Dienen Meditationstechniken, Betrachtung und Gebet der Befriedigung von Ich-Bedürfnissen, Erfahrung der Leere und einem Rückzug von der Welt?

7. Macht die Therapie abhängig von bestimmten Medien wie z. B. Heilsteinen?

8. Betrachtet der Heiler Krankheit und Leid als selbst auferlegt, als schlechtes "Karma" oder Unfähigkeit, "das innewohnende geistige Potential zu entfalten"?

9. Vertritt der Heiler die Irrlehre der Reinkarnation?

10. Arbeitet der Heiler mit astrologischen Gutachten, mit Pendel oder "Wünschelrute"?

Fragen zu unseriösen Geschäftspraktiken

1. Wird für ein Wundermittel, für Vitaminpräparate oder Nahrungsergänzungsmittel mit Erfahrungsberichten von Kunden geworben?

2. Werden Vitaminprodukte mit der Behauptung empfohlen, Vitaminmangel sei allgemein verbreitet und der Vitaminbedarf könne nicht mit der Nahrung gedeckt werden, hohe Dosen von Vitaminen würden viele Leiden verhindern und von Krebs heilen?

3. Wird auf schnelle Heilung und wunderbare Erfolge verwiesen?

4. Werden "Entgiftung des Körpers", seine "Reinigung" und "Harmonie mit der Natur" versprochen oder "Stärkung des Immunsystems" und "Verjüngung"?

5. Empfehlen Heiler sich selber, indem sie zugleich Misstrauen gegenüber Schulmedizinern und Pharma-Konzernen wecken und die Unzulänglichkeiten der Schulmedizin und "chemischer" Medikamente übertreiben?

6. Lehnen Heiler oder Heilmittelvertreiber eine wissenschaftliche Überprüfung der Wirksamkeit ihrer Verfahren bzw. Mittel ab?

S. auch: Alternativmedizin; Okkultismus.

Adelgunde Mertensacker


HANDBUCH ORIENTIERUNG:
Religionen, Kirchen, Sekten, Weltanschauungen , Esoterik

Urheber und Redaktion: Dr. Lothar Gassmann

www.L-Gassmann.de


Gedruckte Ausgabe des HANDBUCHS ORIENTIERUNG unter

http://l-gassmann.de/christliche-buecher/handbucher.html