Agnostizismus

HANDBUCH ORIENTIERUNG: Religionen, Kirchen, Sekten, Weltanschauungen, Esoterik.Agnostizismus kommt vom griechischen "aginoskein":nicht erkennen".

Der Agnostizismus behauptet, dass wir nichts von Gott erkennen können. Denker wie George Berkeley, David Hume und Immanuel Kant behaupteten dies mit absoluter Gewissheit. Berkeley meinte, dass alles Wahrgenommene nur Phänomen unseres Bewusstseins sei, also nicht in der objektiven Wirklichkeit, sondern nur in unserem Bewusstsein existiere und damit nur innere, aber keine äußere Wirklichkeit besitze. Deshalb gebe es nur subjektive, aber keine objektive Wahrheit. Hume sagte, dass die Vorstellung von allem Seienden durch innere Tätigkeit des Verstandes entstehen würde.

Kant behauptete:

"Die Welt ist meine Vorstellung".

Damit wollte er sagen, dass das, was ich durch meine Kategorien (d.h. durch die Richtlinien, die in meinem Geist vorhanden sind) selber herstelle, die Welt sei, die ich mir letztlich selbst erschaffe. Artur Schopenhauer sprach in Fortsetzung davon von der "Welt als Wille und Vorstellung".

Kritik:

a. Können wir wirklich nichts von Gott erkennen? Die Belege aus Schöpfung, Gewissen und (Heils-)Geschichte widersprechen dieser Ansicht.

b. Der Agnostizismus ist selbst eine Art Dogmatismus, eine feste Lehre, weil dabei mit absoluter Gewissheit gesagt wird, dass man über Gott nichts wissen kann. Da der Agnostizismus eigentlich Dogmatismus ablehnt, befindet er sich hier in einem Widerspruch. Dabei macht sich der Agnostiker selbst zum Gott, da er das "Nicht-Wissen-Können" so absolut behauptet, ohne zu fragen, woher er diese Autorität nimmt. Damit wird in anmaßender Weise Allwissenheit behauptet.

c. Philosophisch formuliert wird eine Schlussfolgerung von der Unmöglichkeit des Erkennens hin zur Nichtexistenz Gottes gezogen. Es wird also behauptet, dass das, was man nicht erkennen kann, auch nicht wirklich sei, eine Behauptung, die erkenntnistheoretisch nicht legitim ist. Diese Grenzüberschreitung, die sich der Agnostizismus hier anmaßt, führt schließlich zum Atheismus`: Glaube und Vernunft; >Offenbarung,

Lit.: N. Geisler, Wenn Skeptiker fragen, 1996; ders., Christian Apologetics, 1992.

Lothar Gassmann


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